Verstärkung für die Rechtsberatung

Nicole Seif und Kevin Frank neu beim DEHOGA Westfalen

Die Rechtsberatung gehört seit vielen Jahren zu den wichtigsten Leistungen des DEHOGA Westfalen. Seit dem 15. August verstärkt Nicole Seif das Team, seit dem 1. September ist auch Kevin Frank mit an Bord. HOGA Professional hat mit den beiden und DEHOGA-Westfalens Präsident Hans-Dietmar Wosberg über wachsende rechtliche Herausforderungen, den Einstieg beim Verband und darüber gesprochen, warum gute Rechtsberatung heute mehr sein muss als die bloße Kenntnis von Paragraphen.

Herr Wosberg, warum verstärkt der DEHOGA Westfalen gerade jetzt seine Rechtsberatung?

Hans-Dietmar Wosberg:
Die Rechtsberatung ist seit jeher eine unserer zentralen Leistungen. Unsere Mitglieder wissen, dass sie sich mit ihren Fragen an uns wenden können und eine schnelle, verlässliche und vor allem praxisnahe Antwort bekommen. Dieses Vertrauen ist über viele Jahre gewachsen und für uns ein ganz wichtiger Teil unserer Verbandsarbeit.

Gleichzeitig stellen wir fest, dass die rechtlichen Anforderungen an unsere Betriebe immer umfangreicher und komplizierter werden. Arbeitsrecht war schon immer ein großes Thema, aber heute kommen viele weitere Bereiche hinzu. Die gesetzlichen Vorgaben werden komplexer, die Rechtsprechung entwickelt sich ständig weiter und unsere Unternehmerinnen und Unternehmer müssen im Alltag trotzdem schnelle Entscheidungen treffen.

Deshalb nehmen nicht nur die Zahl der Anfragen, sondern auch deren Komplexität deutlich zu. Unser Anspruch ist, unsere Mitglieder dabei nicht mit einem Gesetzestext oder einem Hinweis auf irgendein Urteil allein zu lassen. Wir wollen ihnen sagen können: Was bedeutet das konkret für meinen Betrieb und was muss ich jetzt tun? Dafür brauchen wir eine leistungsfähige Rechtsabteilung und deshalb freuen wir uns sehr, dass wir mit Nicole Seif und Kevin Frank gleich doppelte Verstärkung bekommen haben.

Frau Seif, Sie sind seit dem 15. August beim DEHOGA Westfalen. Was hat Sie an der Aufgabe gereizt?

Nicole Seif:
Mich hat vor allem die Kombination angesprochen. Es geht nicht darum, irgendwo im Hintergrund ausschließlich juristische Gutachten zu schreiben, sondern unmittelbar mit den Betrieben zu arbeiten, konkrete Probleme zu lösen und die Mitglieder auch in arbeitsgerichtlichenVerfahren zu begleiten.

Gerade diese Verbindung zwischen juristisch sauberer Arbeit und einer Beratung, die für den Unternehmer im Alltag tatsächlich hilfreich ist, finde ich spannend. Im Referendariat habe ich bereits intensiv im Arbeitsrecht gearbeitet und gemerkt, dass mir dieses Rechtsgebiet besonders liegt. Beim DEHOGA kommt jetzt noch die große Nähe zu den Mitgliedsbetrieben hinzu. Genau das habe ich gesucht.

Und wie waren die ersten Wochen? Das Gastgewerbe dürfte ja durchaus genügend juristische Fragen bereithalten.

Nicole Seif:
Auf jeden Fall. Man merkt sehr schnell, wie unterschiedlich die Betriebe und damit auch die Fragestellungen sind. Genau das macht die Arbeit aber interessant. Hinter einer zunächst kleinen Frage steckt manchmal ein ziemlich komplexer Sachverhalt.

Mir gefällt besonders, dass der Kontakt sehr direkt ist. Man spricht mit Menschen, die eine konkrete Entscheidung treffen müssen und nicht erst in drei Wochen eine wissenschaftliche Abhandlung benötigen. Das zwingt einen dazu, juristisch präzise zu arbeiten und trotzdem klar und verständlich zu bleiben.

Herr Frank, Sie sind seit dem 1. September dabei und haben sich bereits im Studium auf Arbeits- und Sozialrecht konzentriert. War die Richtung DEHOGA damit eigentlich schon vorgegeben?

Kevin Frank:
Ganz so geplant war es sicherlich nicht, aber die Stelle passt sehr gut zu dem, was mich fachlich interessiert. Mein Schwerpunkt im Studium lag im Arbeits- und Sozialrecht und auch beim Kreis Unna habe ich bereits erlebt, wie wichtig es ist, komplizierte juristische Sachverhalte strukturiert aufzuarbeiten und am Ende zu einer verständlichen Lösung zu kommen.

Beim DEHOGA kommt für mich etwas Entscheidendes hinzu: Man berät nicht abstrakt, sondern steht unmittelbar im Kontakt mit den Mitgliedern. Ich finde es reizvoll, einen Sachverhalt von der ersten telefonischen Anfrage bis gegebenenfalls zum gerichtlichen Verfahren zu begleiten.

Was überrascht einen denn, wenn man neu in die Rechtsberatung eines Branchenverbandes kommt?

Kevin Frank:
Die enorme Bandbreite. Man hat vielleicht zunächst das klassische Arbeitsrecht im Kopf: Arbeitsvertrag, Kündigung, Urlaub oder Arbeitszeit. In der Praxis hängen die Dinge aber häufig miteinander zusammen und es kommen immer wieder Fragen hinzu, mit denen man morgens noch nicht gerechnet hat.

Das gefällt mir. Man muss sich schnell in neue Sachverhalte einarbeiten und gleichzeitig im Blick behalten, dass der Mitgliedsbetrieb keine theoretische Vorlesung möchte, sondern eine belastbare Antwort.

Frau Seif, was bringen Sie persönlich ins Team ein?

Nicole Seif:
Ich arbeite gern sehr strukturiert und versuche, auch bei komplizierten Sachverhalten zunächst herauszuarbeiten, worum es eigentlich geht. Gerade im Arbeitsrecht ist es wichtig, die verschiedenen Interessen zu sehen und dann eine Lösung zu finden, die rechtlich funktioniert und praktisch umsetzbar ist.

Und ich glaube, dass eine gute Beratung auch davon lebt, dass man zuhört. Häufig erschließt sich ein Fall erst vollständig, wenn man ein bisschen genauer nachfragt.

Herr Frank, Sie kommen aus Unna und sind damit in Westfalen zu Hause. Hilft das bei der Arbeit für einen regionalen Unternehmerverband?

Kevin Frank:
Ich glaube schon. Natürlich ist das für die juristische Bewertung eines Falles zunächst einmal nicht entscheidend. Aber es hilft, wenn man die Region kennt und ein Gefühl dafür hat, mit wem man arbeitet. Der DEHOGA Westfalen ist sehr nah an seinen Mitgliedern und diese persönliche Ebene gefällt mir.

Ich freue mich außerdem darauf, nach und nach viele Betriebe und Unternehmer auch persönlich kennenzulernen und nicht nur die Stimme am Telefon zu sein.

Herr Wosberg, was erwarten Sie von den beiden?

Hans-Dietmar Wosberg:
Zunächst einmal sollen sie bei uns ankommen, Erfahrungen sammeln und ihren eigenen Stil entwickeln. Wir haben mit unseren Mitgliedern einen sehr direkten und persönlichen Umgang und das gilt auch für unsere Rechtsberatung.

Natürlich brauchen wir fachliche Kompetenz. Mindestens genauso wichtig ist mir aber, dass unsere Mitglieder das Gefühl haben: Da ist jemand, der mein Problem ernst nimmt, mir zuhört und versucht, eine vernünftige Lösung zu finden.

Wir sind kein Verband, bei dem ein Mitglied eine Nummer zieht und irgendwann eine standardisierte Antwort bekommt. Gerade die persönliche Beratung ist eine unserer Stärken. Nicole Seif und Kevin Frank passen mit ihrer Art sehr gut zu diesem Anspruch und ich bin überzeugt, dass sie unser Team hervorragend ergänzen werden.

Zum Schluss: Worauf freuen Sie sich beide am meisten?

Nicole Seif:
Darauf, fachlich immer sicherer zu werden, viele unterschiedliche Betriebe kennenzulernen und irgendwann bei einer schwierigen Anfrage sagen zu können: Genau so einen Fall hatte ich schon einmal.

Kevin Frank:
Auf die Vielfalt. Auf neue Fälle, Gerichtstermine und den Kontakt mit den Mitgliedern. Und wahrscheinlich auch auf den Moment, an dem man merkt, dass man einem Betrieb mit der eigenen Arbeit wirklich weitergeholfen hat.

Hans-Dietmar Wosberg:
Und wir freuen uns vor allem, dass die beiden da sind. Denn eines kann ich unseren Mitgliedern versprechen: Die rechtlichen Fragen werden in Zukunft ganz sicher nicht weniger. Umso wichtiger ist es, dass wir dafür gut aufgestellt sind.
 

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