Klimakiller Digitalisierung?

Green IT

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An der Digitalisierung geht kein Weg vorbei. Sie ist der Treiber unserer Wirtschaft und Voraussetzung, um langfristig im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Digitalisierung treibt aber auch den Co2-Ausstoß in die Höhe. In diesem Zusammenhang gewinnt „Green IT“ immer mehr an Bedeutung.

Hoher Energieverbrauch durch Digitalisierung

Tatsache ist, dass die Informations- und Kommunikationstechnologie (ITK) einen großen ökologischen Fußabdruck hinterlässt. Der jährliche Energieverbrauch der ITK in Deutschland beträgt rund 58,4 Terawattstunden. Das sind zwei Prozent des gesamten deutschen Stromverbrauchs oder anders betrachtet der gesamte Energieverbrauch der Schweiz. Durch die weitere Digitalisierung wie Künstliche Intelligenz und Blockchain-Technologie wird der Energiebedarf erheblich ansteigen. Zu den größten Energiefressern gehören die Rechenzentren. Ihr Energiebedarf betrug im Jahr 2020 rund 16 Terawattstunden und ihr CO2-Ausstoß ist so hoch wie der Flugverkehr in Deutschland.  

Was ist Green-IT

Jedes Unternehmen kann mit nachhaltigen Geräten und einem ressourcenschonenden Verbrauch zum Umweltschutz beitragen. Unter dem Begriff „Green-IT“ ist der Einsatz von umweltverträglichen Produkten in der ITK zu verstehen. Dabei wird nicht nur der Stromverbrauch, sondern auch die Lebensdauer, der Verbrauch an kritischen Rohstoffen und die Umwelteinwirkung wie z. B. das Recycling betrachtet.   

Tipps für Green-IT in Unternehmen

Hard- und Software: Es muss nicht immer die neueste IT-Ausstattung mit modernen stromsparenden Geräten sein, denn auch die Produktion verbraucht viel Energie. So fallen bei einem neuen Notebook bereits in der Herstellungsphase 75 Prozent des CO2-Verbrauchs an. Eine längere Nutzungsdauer von Hard- und Software entlastet zudem das Budget. Neue Systeme sollten upgrade- und reparaturfreundlich sein. Bevor Sie Altgeräte entsorgen, prüfen Sie, ob Sie die Geräte an anderer Stelle im Unternehmen, z. B. in Schulungsräumen, einsetzen können.

Umweltzeichen: Achten Sie beim Kauf auf Nachhaltigkeit der Geräte. Eine wirksame Entscheidungshilfe für die Umweltverträglichkeit und Energieeffizienz der Hardware liefern Umweltzeichen und auch Prüfsiegel. Zu den bekanntesten Umweltzeichen gehören der Blaue Engel und Energy Star.

Virtualisierung: Nicht jedes Unternehmen benötigt einen eigenen Server oder ein eigenes Rechenzentrum. Setzen Sie auf virtuelle Lösungen über Cloud-Dienste. Das schont die Umwelt, da die Technik an einem Ort gebündelt und nicht auf viele Orte verteilt eingesetzt wird.

Rechenzentrum: Immer mehr Rechenzentren achten auf Nachhaltigkeit und setzen auf Green-IT. Schon heute arbeiten viele Rechenzentren viel klimaschonender als noch vor fünf Jahren. Der Verband der Internetwirtschaft eco erwartet bis 2030 einen Rückgang der CO2-Emissionen um 30 Prozent trotz weiterhin steigender Leistung.

Daten: Sie sind das Gold des 21. Jahrhunderts. Aber sie benötigen auch viel Speicherplatz. Vermeiden Sie Datenberge, denn jede Datenabfrage verbraucht Energie. Führen Sie ein Datenmanagement ein. Sammeln Sie keine unnötigen Daten an. Löschen Sie Doubletten und veraltete Daten.   

Stand-by-Modus: In Pausen und bei Arbeitsunterbrechungen sollten alle Geräte automatisch in den Stand-By-Modus geschaltet werden. Nach Feierabend sollten Sie die Geräte abschalten. Ein kleiner Akt, der viel Energie einspart.

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