Eine Befragung der DZ BANK von 1000 Geschäftsführern mittelständischer Unternehmen im Herbst 2025 zeigt, dass der deutsche Mittelstand seine Strategie angesichts von US-Zöllen und geopolitischer Risiken deutlich in Richtung Heimatmarkt und breiter diversifizierter Lieferketten verändert. Die Lage bleibt auch nach dem jüngsten Urteil des US Supreme Courts zur Unrechtmäßigkeit der von US-Präsident Trump per Notstandsgesetz und Dekret verhängten Zölle unsicher.
Zentrale Ergebnisse
- Besonders stark betroffen von den Zöllen sind Metall-, Automobil- und Maschinenbau: Dort leiden knapp 25 Prozent direkt unter den Handelsbeschränkungen, 61 Prozent indirekt über Zulieferer und Lieferanten.
- Nur 12 Prozent der befragten Unternehmen sehen sich direkt von den US-Zöllen betroffen, etwa durch geringere US-Nachfrage oder Gewinnrückgängen.
- 44 Prozent spüren die Zölle indirekt, zum Beispiel über Preiserhöhungen oder Nachfragerückgänge bei Kunden und Zulieferern.
- 23 Prozent berichten von eingeschränkter Planungssicherheit durch die wechselhafte US-Politik.
Rückbesinnung auf den Heimatmarkt
- 51 Prozent der Mittelständler planen, ihre Beschaffung näher an den Heimatmarkt zu verlagern.
- 53 Prozent wollen auch den Absatz stärker in die Nähe des Heimatmarkts bringen.
- 41 Prozent der Unternehmen wollen ihre Beschaffung und ihren Vertrieb künftig stärker auf unterschiedliche Märkte verteilen (Diversifikation).
- Treiber dieser Strategien sind die Sorge vor dem nur schwer einzuschätzenden Verhalten des US-Präsidenten sowie der Wunsch, sich von Abhängigkeiten, etwa gegenüber China, zu lösen.
- Rund ein Viertel plant trotz geopolitischer Spannungen eine insgesamt globalere Einkaufs- und Verkaufsstrategie.
Bevorzugte Zielmärkte
- Für die nächsten fünf Jahre rücken Westeuropa und Ost-/Mitteleuropa mit jeweils 22 Prozent in den Fokus, wobei Westeuropa zuletzt an Attraktivität gewonnen hat.
- Indien gilt als weiterer wichtiger Wachstumsmarkt: 14 Prozent wollen ihre Aktivitäten dort ausbauen, etwa im Kontext der geplanten Vertiefung der Handelsbeziehungen zwischen Indien und EU.
- Die Attraktivität der USA nimmt ab: Nur noch 9 Prozent wollen ihr Engagement dort verstärken, während 18 Prozent von einer sinkenden Marktrolle ausgehen.
- Auch China verliert: Nur 14 Prozent planen einen Ausbau der Geschäftsbeziehungen, ebenfalls 14 Prozent wollen sich zurückziehen.
Sprechen Sie uns bitte an, wenn auch Sie eine strategische Änderung planen und einen Finanzierung für neue Investitionen oder eine Beratung im Hinblick auf Ihren Auslandszahlungsverkehr benötigen.


