29.01.2026

Investitionen in Deutschland

Unternehmen bleiben vorsichtig

iStock, anyaberkut

Die wirtschaftliche Situation in Deutschland ist derzeit von Unsicherheit geprägt. Politische Instabilität, geopolitische Konflikte, Kostensteigerungen und schwache Nachfrage schwächen das Vertrauen des Mittelstands in einen wirtschaftlichen Aufschwung. Das wirkt sich auch auf die Investitionsentscheidungen aus. 

Investitionen 2025-2026

Erste Zahlen des Statistischen Bundesamtes im Rahmen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR) zeigen für 2025 eine Seitwärtsbewegung der Unternehmensinvestitionen auf hohem, aber gedämpftem Niveau. Im dritten Quartal 2025 lagen die preisbereinigten Bruttoanlageinvestitionen bei 175 Mrd. Euro und damit nur minimal über dem zweiten Quartal (174 Mrd. Euro), nach einem Rückgang im Vorquartal. Gegenüber dem langfristigen Durchschnitt seit 1991 (158 Mrd. Euro) bleibt das Niveau erhöht, liegt aber deutlich unter dem Allzeithoch von 191 Mrd. Euro aus dem zweiten Quartal 2019. 

Real betrachtet stagnieren die Bruttoanlageinvestitionen damit: Sie tragen 2025 nur begrenzt zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum von rund 0,2 Prozent bei, das überwiegend durch privaten Konsum und Teile der Staatsausgaben getragen wird, während Exporte und Teile der Investitionen eher bremsen. Innerhalb der Investitionen zeigt sich eine leichte Belebung bei Ausrüstungen, während die Bauinvestitionen weiter rückläufig sind, was die strukturelle Schwäche im Bau und die Zurückhaltung bei langfristigen Standortentscheidungen spiegelt.

Für 2026 rechnen Experten nur mit einer moderaten Belebung des Wirtschaftswachstums. Die DZ Bank prognostiziert z. B. für 2026 ein Wachstum von rund 1,0 Prozent und verweist explizit auf das Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität als temporären Stützfaktor für Investitionen, warnt aber vor fehlenden Strukturreformen. 

Investitionszurückhaltung  

  • Die Zurückhaltung der Unternehmen bei inländischen Investitionen ist primär strukturell, nicht zyklisch. In Umfragen und Analysen werden immer wieder hohe Bürokratiebelastung, komplexe Regulierung, unsichere und wechselhafte wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen, hohe Energiepreise sowie Defizite bei Verkehrs‑ und Digitalinfrastruktur genannt. Dazu kommen geopolitische Unsicherheiten, schwache Auslandsnachfrage und handelspolitische Spannungen, die den Planungshorizont verkürzen und vor allem großvolumige, irreversibel gebundene Investitionen bremsen. 
  • Viele Unternehmen reagieren, indem sie Investitionen verschieben, ins Ausland verlagern oder auf Ersatz‑ statt Erweiterungsinvestitionen setzen. Die niedrige Kapazitätsauslastung und nur moderat wachsende Binnennachfrage verstärken diesen defensiven Kurs.

Jetzt investieren?

Mittelständler sollten jetzt weder pauschal „auf Sicht fahren“ noch blind investieren, sondern selektiv und strategisch vorgehen, z. B. risikoreiche Großprojekte zurückstellen, aber zukunftssichernde Kerninvestitionen konsequent durchziehen. Denn wer jetzt komplett bremst, riskiert Substanzverluste und Wettbewerbsnachteile, wenn der Zyklus dreht. Zukunftssichernd sind Investitionen in die Digitalisierung sowohl von Geschäftsprozessen, um die Produktivität zu erhöhen und Kosten zu senken, als auch von Produkten und Services, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Wenn Sie Investitionen planen und eine Finanzierung benötigen, sprechen Sie uns bitte an.

Volksbank Alzey-Worms eG

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